Arbeitszeitbetrug und Krankschreiben: Wie Arbeitgeber fair abklären können

Arbeitszeitbetrug Verdacht trotz Krankschreiben: so klärst du als Arbeitgeber in der Schweiz fair ab, reduzierst Risiken und bekommst Klarheit zur Arbeitsunfähigkeit durch vertrauensärztliche Untersuchung, Kurzbeurteilung oder Gutachten
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Wenn im Betrieb der Verdacht auf Arbeitszeitbetrug auftaucht, ist die Situation fast nie eindeutig. Oft gibt es Muster, die irritieren, während gleichzeitig ein Krankschreiben vorliegt. Genau hier passieren die meisten Fehler: Entweder man eskaliert zu früh mit Vorwürfen oder man lässt den Fall zu lange laufen, bis er teuer wird.

Eine faire Abklärung bedeutet nicht, jemanden zu „überführen“. Sie bedeutet, die Arbeitsunfähigkeit so zu klären, dass Entscheidungen auf einer sauberen Grundlage möglich sind, bezogen auf die konkrete Tätigkeit.

Warum diese Kombination so oft eskaliert

Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sagt meist nur, dass jemand arbeitsunfähig ist. Was oft fehlt, ist der Bezug zur Tätigkeit: Was ist im Job realistisch möglich, was nicht, und warum. Ohne diese Einordnung entsteht Interpretationsraum. Team und Führung füllen die Lücken mit Vermutungen. Die betroffene Person fühlt sich angegriffen. Und aus einem Krankschreiben, wird ein Konflikt.

Typische Situationen, die Arbeitgeber stutzig machen

Es geht nicht um Beweise, sondern um Muster, die eine Klärung sinnvoll machen:

  • wiederholte Kurzabsenzen
  • Krankschreiben rund um Wochenenden oder bestimmte Termine
  • wechselnde Prozentangaben ohne nachvollziehbare Begründung
  • der Verlauf wirkt unlogisch, der Tätigkeitsbezug bleibt unklar
  • intern entstehen Widersprüche zwischen Beobachtung und Zeugnis

Wenn dies zusammenkommt, ist meist die beste Lösung, eine strukturierte Einordnung durch einen Vertrauensarzt.

Fair abklären: Was ist der richtige Fokus

Der Fokus sollte nicht „Betrug“ sein, sondern diese Frage:
Wie ist die Einsatzfähigkeit bezogen auf die konkrete Tätigkeit medizinisch nachvollziehbar einzuordnen?

Damit bleibst du sachlich, deutlich rechtssicherer und du bekommst die Antwort, die du für Entscheidungen brauchst.

Kurzbeurteilung, vertrauensärztliche Untersuchung oder Gutachten: Was passt wann

Option Wofür geeignet Typischer Nutzen für Arbeitgeber
Kurzbeurteilung wenn Arbeitsunfähigkeit unklar ist, aber der Fall nicht hochkomplex wirkt schnelle, strukturierte Einordnung von Grad, Dauer, Ressourcen und Tätigkeitsbezug
vertrauensärztliche Untersuchung wenn du konkrete Einsatzfähigkeit klären musst und der Tätigkeitsbezug entscheidend ist klare, tätigkeitsbezogene Einschätzung nach Untersuchung, reduziert Interpretationsspielraum
Gutachten wenn hohe Anforderungen an Tiefe, Nachvollziehbarkeit und Dokumentation bestehen besonders belastbare Grundlage bei komplexen Fällen

Was du als Arbeitgeber vorbereiten solltest, damit die Abklärung wirklich bringt

Damit die Abklärung etwas bringt, braucht es in der Praxis keine Aktenberge, sondern vier saubere Grundlagen: ein aktuelles Arbeitsunfähigkeitszeugnis oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, eine kurze Chronologie, was wann passiert ist, ohne Wertung, sowie ein Stellenprofil oder eine Tätigkeitsbeschreibung. Relevante Arztberichte sind hilfreich, falls sie bereits vorhanden sind. Je klarer der Tätigkeitsbezug ist, desto klarer wird am Ende auch die Einschätzung.

Was du vermeiden solltest (damit es nicht eskaliert)

Drei typische Stolpersteine, die fast immer kontraproduktiv sind:

1. Vorwurfssprache
(„Arbeitszeitbetrug“, „Simulation“) bevor du eine belastbare Grundlage hast

2. Druckaufbau ohne Struktur
(mehr Gespräche, mehr Schriftverkehr, aber keine klare Fragestellung)

3. Team Gerüchte als Grundlage
(statt sachlicher, dokumentierter Punkte)

Wenn du fair bleiben willst, muss der Prozess nachvollziehbar sein, auch im Nachhinein.

Mini FAQ

Was ist der erste faire Schritt bei Verdacht auf Arbeitszeitbetrug trotz Krankschreiben?

Den Fall entemotionalisieren und strukturieren: klare Fragestellung, Tätigkeitsbezug, saubere Unterlagen. So wird aus einem Verdacht ein klärbarer Prozess.

Wann reicht ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis nicht aus?

Wenn Grad, Dauer oder Einsatzfähigkeit bezogen auf die Tätigkeit unklar bleiben oder wenn der Verlauf widersprüchlich wirkt. Dann ist eine Kurzbeurteilung oder vertrauensärztliche Untersuchung sinnvoll.

Warum ist der Tätigkeitsbezug so entscheidend?

Weil „arbeitsunfähig“ ohne Job Kontext fast nichts aussagt. Erst der Bezug zur konkreten Tätigkeit macht eine Einschätzung nutzbar.

Fazit

Wenn Arbeitszeitbetrug vermutet wird und gleichzeitig ein Krankschreiben vorliegt, ist der grösste Hebel nicht mehr Druck, sondern mehr Klarheit. Eine faire Abklärung richtet den Fokus auf die Frage, was bezogen auf die konkrete Tätigkeit medizinisch nachvollziehbar möglich ist. Genau dort schafft Visamed eine strukturierte Grundlage, damit Arbeitgeber wieder entscheiden können, ohne unnötige Schleifen und ohne Eskalation.

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